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Andreas
Maier
geb.
1967 in Bad Nauheim, D
lebt in Bad Nauheim
Veröffentlichungen:
Foto:
Markus Kirchgeßner
Der
Deutsche Andreas Maier gab mit seinem Text "Diagnosestunde"
Einblick in seinen Roman über Leben und Lebensphilosophie des gelehrsamen
Kauzes Jacobi. Er seziert während seiner Herzuntersuchung durch Rückblenden
auf seine Vergangenheit und die Geschichte die Trivialität.
Autor
verdiene Krankenkassenamt als Verlag
Hardy Ruoss fand: "das macht Spaß", weil uns der Text
überliste, das sei gut gelungen, hochstehend von der Sprache her,
eine moderne Schweijkiade. Der herzhafte Mann mit Herzinsuffizienz hat
ihn durch die direkte Rede nicht ganz überzeugt, da kippe es während
des Erzählens doch zu häufig raus aus dem Indirekten, aber er
sei sicher, der Autor, sollte er keinen Verlag, dann zumindest doch ein
Krankenkassenamt für die Veröffentlichung gewinnen können.
Der Rächer
des kleinen Mannes
Iris Radisch fragte, woher kennen wird diese Kohlhaasen, diese Rächen
des kleinen Mannes am Katholizismus und am Nationalsozialismus? Der Text
habe ein wunderbares Vorbild , das ist Thomas Manns bekanntes Figurenkabinett.
Es sei nur in Teilen ein moralischer Text, der auch über das Vorbild
Thomas Bernhard stellenweise hinausgehe. Ich habe mich amüsiert,
das sei auch gelungen, weil Oldies und Evergreens gemischt werden, weil
es ein bisschen mehr als Nemesis ist, meinte sie, aber junge Menschen
müssen selber schreiben nicht Vorbildern nachschreiben.
Oh Gott,
bitte keine Stunde im Lift mit dem...
Burkhard Spinnen habe auch mit Mann und Bernhard im Hinterkopf den Text
so gelesen , er habe das Gefühl gehabt, da jongliert jemand mit brennenden
Keulen, man befürchtet mit angehaltenem Atem: da, jetzt fällt
was. Es ist sehr, sehr schwierig, diese Figuren zu machen, die man immer
an den Straßenecken hört und wo man sich denkt "recht
hat ja, aber eine Stunde im Lift mit dem , oh Gott..." aber das sei
gelungen. Durch den Konjunktiv bekomme der Text Luft, es gelinge dem Autor
damit wunderba, eine Bühne für diese unmögliche Figur und
ihre Suada zu bauen.
Ulrike Längle gefiel der Text beim erstenmal Lesen besser, als dann
beim Zuhören. Für sie blieb das Aufrollen einer Biografie hinter
Thomas Bernhard zurück. Der Text sei, negativer gesagt, viel harmloser
und menschenfreundlicher als die Bernhardschen Texte. Alles werde so hintereinander,
so brav abgehandelt, aber trotzdem habe sie gelacht und fände es
insgesamt intelligent.
Verbindung
von Onanie und Hitlerzeit gelungen
Wir würden uns ja blamieren , wenn wir uns nicht vor der sprachlichen
Virtuosität des Textes verneigen, sagte Denis Scheck. Zu diskutieren
wäre wohl das Epigonale, das scheine eine Klagenfurter Erscheinung
zu sein. Es hilft nichts, das Rad ist schon erfunden, sagte Scheck und
meinte, um das Gutsherrenhafte des Textes zu korrigieren, müsse man
doch ein bisschen Gegenwart reinlassen - und wandte er sich an den Autor.
Inhaltlich sei die Verbindung von Onanieren und Hitlerzeit gelungen, nur
die Erzählperspektive mache den Text angreifbar.
Robert Schindel war es "Wurst", ob es nach Bernhard klingt,
wenn es darum gehe, "da wären wir hier im Erkenntniskabinett
der Germanisten und Sprachwissenschaftler". Wenn wir meinen, es müsse
jeder Autor seinen eigenen Ton haben, dann wäre das zu bekritteln,
meinte er. Für ihn sei die Erkenntnis der Figur, die sagt, es habe
sich nichts geändert, wichtig, die Art wie die Dinge zusammengebracht
werden. Es sei ein Kabinettstück, wie deutsche Geschichte und ihre
Verdrängungen verdichtet werden, sei gut gelungen.
Eilsabeth Bronfen war beeindruckt von der lustigen Art wie die deutsche
Geschichte hier gezeigt wird, ihr gefiel auch der Ton, der durch die merkwürdigen
Überspitzung entstehe. Interessant sei auch, dass das Subversive
gleichzeitig ein Teil dessen sei , wogegen es sich richte. Die Frage ,
ob epigonal oder nicht, sei ihr nicht wichtig.
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